Feyenoord greift nach dem Pokal
In der Meisterschaft nur auf Platz sechs greift Feyenoord Rotterdam nun doch noch nach einem Titel. Wenn die Mannschaft von Roy Makaay am Sonntag im heimischen „De Kuip“ auf Roda Kerkrade trifft, dann geht es eine Woche nach dem Ende niederländischen Meisterschaft um den KNVB-Pokal („Beker“) und die große Chance, eine letztlich unzufrieden verlaufene Saison mit einem Titel zu retten.
„Natürlich hatten wir uns in der Meisterschaft mehr ausgerechnet“, sagte Roy vor seinem ersten Pokalfinale in Holland. Punktgleich mit dem frischgebackenen Abonnement-Meister PSV Eindhoven war Feyenoord in die Winterpause gegangen, doch großes Verletzungspech und viele leichtfertig vergebene Punkte kosteten den mit großen Ambitionen in die Saison gestarteten Traditionsklub am Ende alle Meisterschaftschancen.
„Umso wichtiger ist es für uns, dass wir den Pokal gewinnen“, meinte Roy. Zumal die Mannschaft den am Saisonende scheidenden Trainer Bert van Marwijk, der nach der Euro das Amt des Nationaltrainers antreten wird, würdig verabschieden will. „Van Marwijk hat hier tolle Arbeit geleistet und wir möchten den Pokal auch für ihn gewinnen“, so Roy weiter.
Und die Vorzeichen stehen für den zehnmaligen Pokalsieger, der den Titel zuletzt 1995 gewann, gar nicht so schlecht. Das Finale findet traditionell im „De Kuip“ statt, rechtzeitig zum Endspiel sind alle Spieler wieder an Bord – also auch Roy, der zuletzt wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk sechs Wochen gefehlt hatte. Und die Generalprobe für das Finale wurde klar gewonnen: Im letzten Saisonspiel bezwang Feyenoord ausgerechnet Roda zuhause mit 3:0 und geht als Favorit in die Partie.
„Das spricht alles für uns, doch wir wissen, dass das Finale ein ganz anderes Spiel wird“, so Roy. „In einem Spiel ist alles möglich, Roda will wie wir den Pokal gewinnen und alles dafür tun. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir, wenn wir ihnen unser Spiel aufzwingen können, den Titel gewinnen werden.“
Sollte Feyenoord als Sieger von Platz gehen, wäre die Mannschaft automatisch für den UEFA-Pokal qualifiziert und die Saison beendet. Bei einer Niederlage müsste sie dagegen noch zwei Wochen nachsitzen und in die Playoff-Runde der Teams von Platz sechs bis zehn gehen. Der Sieger aus dieser Runde ermittelt gegen den Verlierer der anderen Playoff-Runde (Platz zwei bis fünf) den UEFA-Pokal- und UI-Cup-Starter. Makaay: „Das wollen wir vermeiden, wir wollen den Pott, ohne Wenn und Aber.“


